Noobs at work
Posted by: fidel in News, _deutsch, audio, tags: audio, fail, heise, ip, là ¼gen, marketing, music, musik, torrent, torrentfreak, wikipediaDem einen oder anderen mag nicht entgangen sein, dass ich der Musik-Industrie, ihrer Sicht der Dinge und dem teilweise weltfremden Vorgehen etwas kritisch gegenüber stehe.
Auf Heise.de war heue ein wirklich interessanter Artikel über die US-Band “B u c k c h e r r y” zu lesen der thematisch in diese Ecke passt.
About:
Kurzum ging es darum dass die Band bzw. deren Management sich öffentlich darüber entrüstet hat, dass eine Single der kommenden Platte schon Wochen bevor dem eigentlichen Release auf den üblichen Torrent-Seiten gesichtet wurde.
Nunja, schade passiert manchmal und teilweise sind u.a. die Musik-Reporter die vorab Promo-Tapes erhalten in solche Abläufe verwickelt, also eigentlich im Kern nichts neues.
Der eigentlich heikle Part dieser Geschichte wurde nun aber von den bösen Jungs von TorrentFreak zu Tage gebracht. Scheinbar wunderten sich die Betreiber der Seite über die Vehemenz des öffentlichen Leidens der Band / dessen Management sowie über die Tatsache dass relativ zeitnah ein Video zum entsprechenden Track veröffentlicht wurde.
Grund genug die Community um Mithilfe zu bitten und heraus kam folgendes:
- Die IP-Adressen der ersten Seeder konnten nachvollzogen werden
- Daraufhin wurde die Band kontaktiert
- Die Antwort des Managers Joss Klemme kam interessanterweise von einer der bekannten IP Adressen
- Mit Hilfe des Wiki-Scanner wurde die selbe IP als Editor des Band-Artikels nachvollzogen
Fazit:
Ein technisch nicht gerade beschlagener Manager denkt er muss seine Band pushen um die kommende Platte erfolgreich zu launchen. Dabei kommt ihm die gerade grandiose Idee eben diese Platte im Vorfeld im torrent zu seeden und mit der darauf folgenden Presse-Auftritt seine Empörung über den Umstand unters Volk zu bringen.
Eigentlich kein schlechter Plan (wenngleich verwerflich) wenn man den Fokus sucht und mehr Presse-Aufmerksamkeit für sein Produkt erzwingen will die man voraussichtlich ohne die Aktion bekommen hätte.
Peinlich nur wenn man dies so mies umsetzt das am Ende die Piraten-Seite als nettes, hilfsbereites & wahrheitssuchendes Wesen auf der einen Seite steht und ein verlogenes Band-Management / Marketing auf der anderen Seite.
Bin ja mal gespannt wie sich das auf den Erfolg der Platte auswirken wird aber vor allem auf die Karriere des Hr. Klemme.
Die Band wird nicht verlinkt, denke die reine Erwähnung ist eigentlich schon schlimm genug. Die Entwicklung der Wiki-Beiträge wird ebenso interessant (danke für die Version-Funktion liebes Wiki)
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